11. November 2008:
Rover Spirit gerät erneut in Staubsturm: es geht ums Überleben

Rover Spirit war gerade dabei, sich von dem sonnenarmen Winter auf dem Mars zu erholen und seine Batterien wieder aufzuladen, als ein erneuter Staubsturm durch die Hügel fegte. Die Sonne wurde verdunkelt und seine Solarzellen mit Staub bedeckt. Damit geriet der Rover in wahre Bedrängnis, da die Leistung der Batterien auf ein Minimum gesunken ist, was bedeutet, dass seine Batterien in der Kälte der Nacht Schaden nehmen könnten.

 

© NASA / JPL / ASU

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Abbildung 1: Das Deck des NASA-Mars-Exploration-Rovers Spirit ist so staubig, dass es sich in diesem Bild kaum vom Boden abhebt. Staub auf den Solarpanelen reduziert die Menge von elektrischer Leistung, die der Rover aus dem Sonnenlicht jeden Marstag gewinnen kann. Er benötigt diese Energie, um nachts seine Batterien warm zu halten, da die Temperaturen weit unter minus 60°C sinken können.
Das Bild wurde aus mehreren Bildern der Mastkamera (Pancam) zusammengesetzt. Die einzelnen Bilder wurden nach dem letzten großen Staubsturm im Zeitraum von Sol 1355 bis Sol 1358 aufgenommen (Sol ist ein Marstag, gezählt seit dem Tag der Landung). Die vertikale Projektion, die hier benutzt wurde, bietet den besten Blick auf das Roverdeck, während sie gleichzeitig den Boden und die Antennen etwas verzerrt. Der achtfache dunkle Stern auf dem Deck im unteren Bereich des Bildes zeigt die Position des Kameramastes, der nicht durch die Kamera selbst erfasst werden kann und somit fehlt.


Spirits Solarzellen produzierten nur noch 89 Wattstunden Energie an Sol 1725 auf dem Mars (9. November 2008 auf der Erde). Dies ist die geringste Wattzahl, die je in den letzten fast fünf Jahren von einem der beiden Rover erreicht wurde. Und das ist weniger Energie als Spirit für das Überleben für einen Tag-Nacht-Zyklus braucht. Der Ladelevel seiner Batterie ist so tief gefallen, dass ein großes Risiko entsteht. Der Rover könnte eine automatische Schutzvorrichtung aktivieren, um sich selbst zu schützen, was aber auch seine Batterien schädigen könnte, so dass er die kalte Nacht nicht mehr überleben würde.

„Die beste Chance für das Überleben von Spirit ist, wenn wir die Kontrolle über den Rover behalten, im Gegensatz zu der automatischen Schutzvorrichtung“, sagte John Callas vom NASA Jet Propulsion Laboratory in Pasadena, Kalifornien, Projektmanager von Spirit und Opportunity.

Die Missionsleitung sendete Kommandos zu Spirit, um einige seiner elektrischen Heizelemente abzustellen, einschließlich der Heizung für ein wissenschaftliches Instrument, das „Miniatur Thermische Emissions-Spektrometer“ (Mini-TES). Außerdem wurden noch andere Maßnahmen ergriffen, um den Energieverbrauch zu senken. Einige der neuen Kommandos bewirken, dass Spirit für zwei Tage keine energieverbrauchenden Funkverbindungen mehr durchführt. Andererseits wird das Team auch auf ein mögliches schwaches Signal von Spirit achten, falls der Rover wider Erwarten schon in den Energieschutzmodus gewechselt ist.

Der Marswetterbericht, erstellt auf der Basis von Bildern aus dem Orbit, lässt erwarten, dass der Staubsturm sich in ein paar Tagen verziehen könnte. Allerdings könnte der aus der Atmosphäre rieselnde Staub noch weiterhin die Solarpanele von Spirit einpudern, so dass die Menge an produzierter elektrischer Energie weiterhin klein bleiben wird.

Dies alles lässt das Überleben von Rover Spirit an einem seidenen Faden hängen. Denn wenn erst einmal seine Batterien defekt sind, wird er die extrem kalten Nächte nicht überleben und seine Funktion einstellen. Dies wäre in Anbetracht des sich im Januar jährenden fünften Mars-Jubiläums sehr schade.

Text basiert auf einer NASA-Pressemitteilung vom 10.11.2008